Die hydraulische Lastpresse steht auf der Baugrube in Marl-Sinsen, der Druckzylinder fährt mit konstanter Vorschubgeschwindigkeit gegen den Widerstand des anstehenden Bodens. Für den Lastplattendruckversuch nach DIN 18134 ermitteln unsere Techniker hier die Bettungsmoduln des schluffigen Feinsands, der die quartäre Deckschicht über dem Emscher-Mergel bildet. Die Last-Setzungs-Kurve zeigt einen nahezu linearen Verlauf bei 300 kN/m² – ein typisches Bild für die verdichteten Terrassensande im Übergang zur Lippe-Niederung. Bevor die Bewehrungskörbe für die Streifenfundamente gesetzt werden, steht die Frage nach der zulässigen Sohlspannung im Raum, und genau da setzt unsere Flachgründungsbemessung an. Wir kombinieren die Felddaten mit den Ergebnissen aus dem Labor, wo parallel die gestörten Proben aus den Schürfgruben auf Korngrößenverteilung und Konsistenzgrenzen untersucht werden. Ergänzend liefert eine CPT-Sondierung das lückenlose Profil des Untergrunds, wenn in den östlichen Stadtteilen mit heterogenen Auffüllungen aus dem Bergbau gerechnet werden muss.
Im nördlichen Ruhrgebiet entscheidet der Verwitterungsgrad des Emscher-Mergels in der Gründungssohle über die Wirtschaftlichkeit der gesamten Flachgründung – unsere Bemessung holt genau diese Information aus Labor und Feld.
Leistungsmerkmale in Marl

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Typische technische Herausforderungen in Marl
Die städtebauliche Entwicklung Marls erlebte ihren größten Schub mit der Ansiedlung der Chemischen Werke Hüls ab 1938 – innerhalb weniger Jahre entstanden Werksiedlungen und Infrastruktur auf Flächen, deren Baugrund oft nur oberflächlich erkundet wurde. Bis heute liegen in den Randbereichen des Chemieparks und entlang der Lippe Auffüllungen unbekannter Mächtigkeit, die bei einer Flachgründungsbemessung ohne ausreichende Erkundungstiefe zu ungleichmäßigen Setzungen und Rissbildungen in aufgehendem Mauerwerk führen können. Ein weiteres Risiko stellen die organischen Weichschichten in den Altarmen der Lippe dar, die beim Bau von Logistikhallen im Gewerbegebiet Marl-Frentrop immer wieder angetroffen werden. Werden diese Torflinsen unter der Gründungssohle nicht erkannt, überschreiten die Kriechsetzungen binnen weniger Jahre die nach DIN 4150-2 zulässigen Winkelverdrehungen für verformungsempfindliche Stahlbetonkonstruktionen. Unsere Bemessung schließt solche Fehlerquellen systematisch aus, weil wir die Erkundungstiefe nach dem Spannungsausbreitungswinkel unter der charakteristischen Last festlegen und bei Auffälligkeiten im Bohrgut eine gezielte Nachuntersuchung der weichen Horizonte mit der Flügelsonde (DIN 4094-4) anordnen.
Unsere Leistungen
Unser Leistungsspektrum für die Flachgründungsbemessung in Marl deckt alle erforderlichen Feld- und Laboruntersuchungen sowie die rechnerischen Nachweise nach EC7 ab. Die nachfolgenden Module lassen sich je nach Bauwerksklasse und Baugrundrisiko kombinieren.
Geotechnische Erkundung und Feldversuche
Rammkernsondierungen und schwere Rammsondierungen (DPH) nach DIN EN ISO 22476-2 zur Schichtenaufnahme. Lastplattendruckversuche auf Planumshöhe für den Nachweis der Tragfähigkeit. Drucksondierungen (CPT) für durchgängige Profile des Spitzendrucks und der Mantelreibung.
Laborversuche zur Kennwertermittlung
Bestimmung der Kornverteilung, Konsistenzgrenzen und des Wassergehalts. Triaxialversuche (CD) und Rahmenscherversuche zur Ableitung der effektiven Scherparameter φ' und c'. Ödometerversuche nach DIN 18135 für die Steifemoduln der anstehenden Schichten.
Grundbruch- und Setzungsnachweis
Rechnerische Nachweise nach EC7-1 für Streifen- und Einzelfundamente sowie Bodenplatten. Setzungsberechnungen nach dem Steifemodulverfahren (DIN 4019) oder mittels Finiter Elemente bei komplexer Schichtgeometrie. Angabe der zulässigen Sohlspannungen σzul und der zu erwartenden Setzungsmulde.
Gängige Fragen
Was kostet eine Flachgründungsbemessung für ein Einfamilienhaus in Marl?
Für ein typisches Einfamilienhaus mit einer Grundfläche bis 150 m² und zwei Lastplattendruckversuchen liegt die Flachgründungsbemessung in Marl zwischen 1.480 und 2.550 Euro. Der genaue Preis hängt von der erforderlichen Erkundungstiefe ab – steht der Emscher-Mergel oberflächennah an, genügen meist zwei Rammkernsondierungen; bei mächtigen quartären Sanden über 4 Metern sind zusätzliche Drucksondierungen sinnvoll. Enthalten sind Baugrundaufnahme, Laborversuche, rechnerische Nachweise nach EC7 und ein prüffähiger Geotechnischer Bericht.
Welcher Baugrund ist in Marl für Flachgründungen typisch?
Im Stadtgebiet Marl dominieren zwei Baugrundtypen: quartäre Terrassensande und Geschiebelehme der Saale-Kaltzeit mit wechselnder Mächtigkeit über dem Emscher-Mergel der Oberkreide. Die Sande sind mitteldicht bis dicht gelagert und gut tragfähig. Der Mergel verwittert oberflächennah zu einem steifen Tonmergel, der in unverwittertem Zustand hohe Sohlspannungen aufnehmen kann. In den Niederungen der Lippe und ihrer Altarme treten lokal organische Weichschichten auf, die für Flachgründungen ungeeignet sind und durch Bodenaustausch oder Tiefgründung überbrückt werden müssen.
Wie tief müssen Fundamente in Marl gegründet werden?
Die Frostschürze nach DIN 1054 liegt in Marl bei 80 cm unter Geländeoberkante. Darüber hinaus richtet sich die Einbindetiefe nach der Lage der tragfähigen Schicht. Auf den Terrassensanden reicht oft die frostsichere Tiefe; steht verwitterter Mergel an, empfehlen wir eine Einbindung von mindestens 30 cm in den unverwitterten Fels, um differenzielle Setzungen durch die wechselnde Verwitterungsfront zu vermeiden. In Hanglagen wie am Sickingmühlenbach muss zusätzlich die Böschungsstabilität der Baugrube nachgewiesen werden.
Welchen Vorteil bringt eine Flachgründung gegenüber einer Pfahlgründung in Marl?
In weiten Teilen Marls steht tragfähiger Boden in geringer Tiefe an, sodass Flachgründungen über Streifen- oder Einzelfundamente wirtschaftlicher sind als Tiefgründungen. Der Kostenvorteil liegt bei 30 bis 50 Prozent gegenüber Bohrpfählen, und die Ausführung durch lokale Tiefbaufirmen ist ohne Spezialgerät möglich. Eine Pfahlgründung wird nur erforderlich, wenn organische Weichschichten oder mächtige Auffüllungen über 3 Meter anstehen – etwa in den ehemaligen Flussauen der Lippe oder auf verfüllten Bombentrichtern aus dem Zweiten Weltkrieg.