Die Bodenverhältnisse im nördlichen Ruhrgebiet können täuschen. In Marl treffen sandige Emscher-Mergel auf eiszeitliche Geschiebelehme – ein Wechsel, der bei der Dimensionierung des Straßenoberbaus schnell unterschätzt wird. Wir sehen das regelmäßig bei Bauvorhaben im Gewerbegebiet Brassert oder entlang der Lippe. Eine CBR-Studie für Straßenentwurf liefert hier den entscheidenden Kennwert, bevor die erste Asphaltschicht aufgebracht wird. Ohne diesen Index bleibt die Verdichtungsfähigkeit des Planums eine Unbekannte. Gerade in Altlastverdachtsflächen, die es in der Chemie-Region Marl mehrfach gibt, reicht der reine Sondierbefund nicht aus. Erst der kalifornische Tragfähigkeitsindex (CBR) in Kombination mit unserem Plattendruckversuch gibt Aufschluss über den tatsächlichen Verformungsmodul des Unterbaus. Seit Jahren begleiten wir Erschließungsträger und Tiefbauämter mit standortspezifischen Prüfprogrammen nach RStO 12.
Ein CBR-Wert unter 15 % auf dem Planum bedeutet in Marl fast immer Nachverdichtung oder Bodenaustausch – das ist kein Einzelfall, sondern geotechnischer Alltag im nördlichen Revier.
Leistungsmerkmale in Marl

Typische technische Herausforderungen in Marl
In Marl beobachten wir immer wieder, dass Bauherren die CBR-Studie für Straßenentwurf erst nach der Erdbewegung beauftragen – zu spät. Der typische Fall: Im Neubaugebiet nördlich der Hülsbergstraße wurde der Oberboden abgeschoben, die Sohle verdichtet, und erst die Verweigerung der Rammkernsonde machte klar, dass der anstehende Mergel bei Wasserzutritt aufweicht. Der CBR-Wert sackte von erwarteten 20 % auf unter 8 % ab. Die Folge war ein witterungsbedingter Stillstand mit Nachschnitt und Kalkstabilisierung. Hätte man die Tragfähigkeitsklasse schon im Vorfeld über systematische CBR-Reihen bestimmt, wäre der Mehraufwand vermeidbar gewesen. Wir empfehlen daher, die Studie direkt mit dem geotechnischen Bericht nach DIN 4020 zu koppeln und nicht als nachgelagerten Einzelversuch zu betrachten. Das spart Zeit und schützt vor Nachtragsforderungen im Tiefbau.
Unsere Leistungen
Unser Leistungsspektrum zur CBR-Studie deckt in Marl die gesamte Kette ab – von der Probenentnahme im Gelände bis zur Verdichtungsempfehlung:
CBR-Vollprüfung nach DIN EN 13286-47
Dreifachbestimmung des CBR-Index bei optimalem Wassergehalt sowie zwei weiteren Sättigungsstufen. Inklusive Proctorversuch und Angabe des Verdichtungsgrads nach ZTV E-StB.
Tragfähigkeitsklassifizierung nach RStO 12
Einstufung des Untergrunds/Unterbaus in die Tragfähigkeitsklassen F2 bis F8 gemäß RStO 12 auf Basis des CBR-Werts. Ableitung des erforderlichen Oberbaus.
Baugrundbegutachtung für Erschließungsträger
Kombinierte geotechnische Stellungnahme mit CBR-Index, Verdichtbarkeitsaussage und Empfehlung zu Bodenaustausch oder Bindemittelbehandlung für Marler Baugrundverhältnisse.
Gängige Fragen
Was kostet eine CBR-Studie für den Straßenentwurf in Marl?
Für eine Einzelprobe mit Proctorversuch und CBR-Prüfung bei drei Wassergehalten liegen die Kosten zwischen 140 und 250 Euro. Bei mehreren Proben oder zusätzlicher Korngrößenanalyse erstellen wir ein gestaffeltes Angebot.
Welche Norm ist für die CBR-Prüfung im deutschen Straßenbau bindend?
Die Durchführung der CBR-Prüfung erfolgt nach DIN EN 13286-47 (Ausgabe 2021). Für die Klassifizierung des Oberbaus und die Zuordnung zu den Tragfähigkeitsklassen ist die RStO 12 maßgebend, ergänzt durch die ZTV E-StB 17.
Ab wann ist ein Bodenaustausch aufgrund des CBR-Werts erforderlich?
Fällt der CBR-Wert nach Verdichtung unter 15 %, ist gemäß RStO 12 in der Regel ein verbesserter Unterbau oder Bodenaustausch erforderlich. Bei Werten unter 5 % auf dem Planum wird meist eine Stabilisierung mit Bindemitteln oder ein vollständiger Austausch des anstehenden Materials notwendig.