Marl liegt mitten im Ruhrgebiet, und mit 87 Metern über Null merkt man hier nichts von Gebirge – dafür umso mehr vom Bergbau, der den Untergrund über Jahrzehnte in Bewegung gehalten hat. Wer in Marl eine Böschung planen oder sanieren will, hat es nicht mit gewachsenem Fels zu tun, sondern mit künstlich veränderten Schichten, Altablagerungen und dem typischen Mergelverwitterungsboden der Region. Die Böschungsstabilitätsanalyse, die wir hier durchführen, muss diese Vorbelastung zwingend berücksichtigen, denn ein reiner Kennwertvergleich aus Tabellen reicht nicht aus. In unserer täglichen Arbeit kombinieren wir Laborversuche an ungestörten Proben mit numerischen Berechnungen, um für jede Hangneigung und Aushubtiefe das reale Sicherheitsniveau zu beziffern. Oft ergänzen wir die Analyse durch einen vorgeschalteten Sondier- und Probenahmeplan, um die Schichtgrenzen im Baufeld genau zu lokalisieren.
Im Marler Untergrund steckt mehr Bewegung, als die Topografie vermuten lässt – erst die Kombination aus Laborversuch und numerischer Simulation macht das sichtbar.
Leistungsmerkmale in Marl

Typische technische Herausforderungen in Marl
Die städtebauliche Entwicklung Marls bekam ihren Schub mit der Zeche Auguste Victoria, und viele Wohn- und Gewerbegebiete liegen heute auf Flächen, die vor 1950 noch gar nicht existierten oder als Kippgelände genutzt wurden. Das größte geotechnische Risiko für Böschungen ist hier nicht der klassische Hangrutsch im Tonstein, sondern die Reaktivierung alter Gleitfugen in aufgefülltem Material, das bei Wasserzutritt seine ohnehin geringe Kohäsion verliert. Dazu kommen die ungleichmäßigen Setzungen durch den Grundwasserwiederanstieg nach dem Ende der Bergbautätigkeit – ein Phänomen, das die Emschergenossenschaft seit Jahren beschäftigt. Unsere Stabilitätsanalysen prüfen deshalb nicht nur den rechnerischen Ausnutzungsgrad nach EC7, sondern hinterfragen kritisch, ob die im Modell angesetzten Porenwasserdrücke in zehn Jahren noch gelten. Gerade bei geplanten Baugruben neben Bestandsgebäuden in Hüls oder Drewer ist diese Langzeitbetrachtung unverzichtbar.
Unsere Leistungen
Unsere Böschungsstabilitätsanalyse in Marl liefern wir nie als isolierten Bericht ab, sondern als Teil eines geotechnischen Gesamtkonzepts, das Bauherr und Tragwerksplaner wirklich weiterbringt. Ausgehend von den lokalen Baugrundverhältnissen bieten wir folgende Leistungen an:
Numerische Böschungsmodellierung mit FE-Software
Wir bauen ein realitätsnahes Finite-Elemente-Modell Ihres Hangs oder Ihrer Baugrube auf und kalibrieren es mit den Ergebnissen aus den Feld- und Laborversuchen. So lassen sich Verformungen im Bauzustand und der Einfluss von Niederschlagsperioden auf die Standsicherheit vorhersagen.
Böschungsmonitoring mit Inklinometer und Porenwasserdruckmessung
Bei bestehenden Böschungen oder während der Bauphase installieren wir Messketten, die Bewegungen im Untergrund millimetergenau erfassen. Die Daten werten wir online aus und können bei kritischen Verformungsraten sofort eine Empfehlung zur Bauunterbrechung oder Stützung geben.
Gängige Fragen
Reicht für eine Böschung in Marl eine pauschale Standsicherheitsbewertung nach Tabellen?
In den wenigsten Fällen. Der Marler Untergrund ist durch Bergbau und Auffüllungen so heterogen, dass pauschale Rechenwerte die realen Scherparameter oft überschätzen. Wir empfehlen mindestens eine Erkundung mit Kernbohrungen und Laborversuchen, um die Kennwerte für die Berechnung nach Eurocode 7 belastbar zu machen.
Welche Rolle spielen die alten Bergwerksflächen für meine geplante Baugrube?
Eine große. Viele Flächen in Marl sind ehemalige Betriebsgelände oder Kippen, auf denen der Boden unkontrolliert geschüttet wurde. Wir prüfen gezielt auf Hohlräume, Setzungsmulden und veränderte Grundwasserstände, die eine Böschung auch Jahre nach Bauende noch destabilisieren können.
Wie lange dauert eine vollständige Böschungsstabilitätsanalyse?
Von der Felduntersuchung bis zum unterschriftsreifen Bericht vergehen in der Regel drei bis fünf Wochen. Die Laborversuche nehmen mit Probenvorbereitung und Konsolidierung etwa zwei Wochen in Anspruch, der Rest ist Modellierung und Bewertung durch unseren Prüfingenieur.
Mit welchen Kosten muss ich für eine Böschungsstabilitätsanalyse in Marl rechnen?
Für eine typische Analyse mit zwei Kernbohrungen, Laborversuchen und numerischer Berechnung bewegt sich der Aufwand je nach Böschungshöhe und Erkundungstiefe zwischen 1.100 und 3.410 Euro. Wir erstellen vorab ein Angebot, das genau auf Ihre Baumaßnahme zugeschnitten ist. Mehr Info.