Marl liegt auf rund 70 Metern Höhe, aber was unter der Stadt ansteht, wechselt auf kurze Distanz. Die quartären Sande und Kiese der Emscher-Niederung verzahnen sich hier mit mergeligen Kreideschichten, und genau diese Wechselhaftigkeit macht die Baugrunderkundung im Vest Recklinghausen so anspruchsvoll. Mit der Elektrischen Widerstandsmessung – im Feld oft einfach VES oder Schlumberger-Sondierung genannt – verschaffen wir uns ein präzises Bild der vertikalen Leitfähigkeitsverteilung, ohne eine einzige Baggerschaufel zu bewegen. Statt punktueller Aufschlüsse erhalten Sie ein durchgängiges geoelektrisches Tiefenprofil, das Schichtmächtigkeiten und Grundwasserstockwerke zuverlässig auflöst. In Marl ergänzen wir die geophysikalische Erkundung bei Bedarf mit einer Korngrößenanalyse aus späteren Bohrproben, um den geoelektrischen Befund bodenmechanisch zu eichen und die Planungssicherheit für Gründungen oder Versickerungsanlagen weiter zu erhöhen.
Ein einziges VES-Profil ersetzt oft mehrere Rammkernsondierungen und zeigt zugleich, wo das Wasser wirklich steht – nicht nur im Bohrloch.
Leistungsmerkmale in Marl

Typische technische Herausforderungen in Marl
In Marl sehen wir immer wieder, dass bei reinen Rammkernbohrungen der Grundwasserstand in gespannten Aquiferen falsch eingeschätzt wird – das Bohrloch zeigt einen Pegel, der nicht dem wahren Druckniveau entspricht. Die Elektrische Widerstandsmessung umgeht dieses Problem, denn der Stromfluss reagiert direkt auf den wassergesättigten Porenraum. Ein zweiter kritischer Punkt sind anthropogene Auffüllungen: Gerade auf ehemaligen Zechengeländen oder verfüllten Bachläufen im Marler Stadtgebiet liegen Bauschutt oder Schlacken mit völlig unerwarteten Widerstandskontrasten im Untergrund. Wer diese Inhomogenitäten nicht vorab kartiert, riskiert Fehlinterpretationen bei der Baugrundbeurteilung. Die Kombination aus VES und einigen gezielt darauf angesetzten Schürfgruben liefert dann die notwendige Bodenansprache, um das geoelektrische Modell lithologisch zu kalibrieren und böse Überraschungen beim Aushub auszuschließen.
Unsere Leistungen
Unser geoelektrisches Leistungsspektrum in Marl deckt von der einfachen Tiefensondierung bis zur kombinierten Baugrundbewertung alle Anforderungen ab, die im Hochbau, Tiefbau und bei der Altlastenerkundung anfallen:
VES-Tiefensondierung nach Schlumberger
Klassische vertikale Widerstandsmessung zur Kartierung von Schichtgrenzen, Festgesteinshorizonten und Grundwasserleitern bis etwa 80 Meter Tiefe. Inklusive Inversionsrechnung und farbigem Widerstandsprofil.
Geoelektrische Profilkartierung (2D / ERI)
Mehrkanal-Messungen entlang einer Linie mit dichter Elektrodenbelegung. Liefert ein zweidimensionales Widerstandsbild des Untergrunds – ideal für Trassen, Dämme und die Erkundung von Inhomogenitäten im Marler Baugrund.
Wasser- und Schadstofffahnen-Erkundung
Nutzung der Leitfähigkeitskontraste zwischen sauberem Grundwasser und salzhaltigen oder organisch belasteten Wässern, um Schadstofffahnen räumlich einzugrenzen. Besonders relevant auf altindustriellen Standorten in Marl.
Kombinierte geoelektrisch-bodenmechanische Auswertung
Zusammenführung von VES-Profilen mit Laborversuchen wie Triaxialversuch und Atterberg-Grenzen an gestörten Proben. Sie erhalten eine geotechnisch interpretierte Schichtenfolge, die für Gründungsgutachten nach EC 7 verwendbar ist.
Gängige Fragen
Was kostet eine VES-Sondierung in Marl inklusive Auswertung?
Für eine klassische Schlumberger-Tiefensondierung mit vier bis sechs Auslagen und vollständiger 1D-Inversion liegen die Kosten im Raum Marl üblicherweise zwischen 650 € und 950 €. Der genaue Preis hängt von der gewünschten Erkundungstiefe, der Zugänglichkeit des Geländes und der Anzahl der Sondierungspunkte ab. Profile mit mehreren Sondierungen oder eine zusätzliche 2D-Auswertung sind entsprechend aufwändiger. Wir erstellen Ihnen vorab ein Festpreisangebot, das Messkampagne, Datenauswertung und Bericht umfasst.
Wie tief kann die Elektrische Widerstandsmessung in den Marler Böden vordringen?
Die Eindringtiefe wird durch die maximale Elektrodenauslage bestimmt – als Faustformel gilt etwa ein Drittel bis ein Viertel der Gesamtauslage. Mit einer 120-Meter-Auslage, die auf den großen Freiflächen um Marl ohne weiteres realisierbar ist, erreichen wir Erkundungstiefen von gut 40 Metern. In den sandig-kiesigen Deckschichten der Emscher-Region ist die Auflösung in den oberen 20 Metern besonders hoch; bei mächtigen Tonmergel-Horizonten im Liegenden kann die Tiefenreichweite durch die geringere Kontrastierung etwas abnehmen.
Was unterscheidet die VES von einer Rammsondierung oder Bohrung?
Die VES ist ein zerstörungsfreies, indirektes Verfahren: Sie misst eine physikalische Eigenschaft – den elektrischen Widerstand – und leitet daraus Schichtgrenzen und Wassergehalte ab. Eine Bohrung liefert dagegen eine direkte Bodenprobe, aber nur für einen einzigen Punkt. Der große Vorteil der Elektrischen Widerstandsmessung liegt in der kontinuierlichen Tiefeninformation und der Möglichkeit, laterale Inhomogenitäten zwischen Bohrpunkten zu erkennen. In der Praxis kombinieren wir beide Verfahren: Die VES zeigt, wo gebohrt werden muss, und die Bohrung kalibriert das geoelektrische Modell lithologisch.