Der Untergrund im nördlichen Ruhrgebiet verlangt einen genauen Blick. In Marl liegen unter quartären Sanden oft bindige Auensedimente, durchsetzt mit Bergsenkungszonen aus dem Altbergbau. Diese Wechsellagerung zeigt in Sondierungen eine stark schwankende Lagerungsdichte. Für eine sichere Flächengründung reicht ein konventioneller Austauschboden selten aus. Die Rüttelverdichtung wird hier bemessen, um eine gleichmäßige Steifigkeit zu erreichen und Setzungsmulden zu vermeiden. In unserer Erfahrung aus dem Chemiepark-Umfeld sind Rasterabstände von 1,50 m bis 2,20 m bei lockerem Mittelsand der wirtschaftlichste Ansatz. Wir greifen dabei auf ein CPT-Versuch vorab zurück, um die Spitzendruckverteilung punktgenau zu erfassen und den Verdichtungserfolg über eine definierte Tiefenstaffel zu parametrisieren.
In Marl bemessen wir die Rütteldruckverdichtung über die doppelte Kontrollinstanz: CPT-Spitzendruck vorab und Plattendruckversuch nach jedem Rasterfeld zur Verifikation.
Leistungsmerkmale in Marl

Typische technische Herausforderungen in Marl
Marl hat eine wechselvolle Untergrundhistorie. Flächen, die heute als Gewerbegebiet ausgewiesen sind, wurden über Jahrzehnte durch untertägigen Abbau beeinflusst. Tagesbrüche sind selten geworden, aber die Restsetzungen in den Bruchzonen wirken nach. Eine unzureichend bemessene Verdichtung kann hier zu differenziellen Setzungen führen, die Hallenböden innerhalb weniger Jahre wellig verformen. Wir sehen dieses Muster häufig auf Logistikflächen nördlich der A 52. Das größte Risiko liegt in der unerkannten Inhomogenität: wo eine Kiessandlinse direkt an Beckenschluff grenzt, entsteht eine Steifigkeitskante. Die Rütteldruckverdichtung muss diese Kante durch eine tiefenabhängige Energieeinbringung ausgleichen. Unser Bemessungskonzept setzt daher auf einen Vorversuch mit drei Pilotlanzen, bevor das Hauptraster festgelegt wird.
Unsere Leistungen
Unser Leistungspaket zur Bemessung der Rütteldruckverdichtung in Marl deckt alle Stufen ab – vom Baugrundmodell über die Verdichtungsprognose bis zur Bauüberwachung.
Baugrunderkundung und Verdichtbarkeitsprognose
Wir erstellen ein geotechnisches Modell aus CPT-Sondierungen und Rammkernsondierungen. Daraus leiten wir die Verdichtbarkeit nach DIN 4094-2 ab, inklusive Prognose der Setzungsreduktion.
Bemessung des Rüttelrasters
Festlegung von Rastergeometrie, Lanzenabstand, Tiefenstaffel und Energieeintrag. Wir unterscheiden zwischen Flächenverdichtung und Streifenverdichtung unter Fundamenten.
Qualitätssicherung vor Ort
Während der Ausführung überwachen wir den Verdichtungserfolg mit dynamischen Plattendruckversuchen und Tiefenpeilungen. Jedes Arbeitsfeld wird dokumentiert und abgenommen.
Setzungsmonitoring nach Verdichtung
Für kritische Bauwerke richten wir ein geodätisches Monitoring ein, das die Restsetzungen über 12 Monate verfolgt und mit der Prognose abgleicht.
Gängige Fragen
Wann ist eine Rütteldruckverdichtung in Marl einer Schottersäulenlösung vorzuziehen?
Bei rolligen Böden mit Feinkornanteil unter 12 % arbeitet die Rütteldruckverdichtung sehr wirtschaftlich. Liegt der Feinkornanteil höher oder stehen organische Schichten an, wechseln wir auf Schottersäulen. Die Entscheidung fällen wir nach der Korngrößenanalyse aus den Vorerkundungen.
Welche Verdichtungstiefe ist im Marler Stadtgebiet typisch?
In den Gewerbegebieten entlang der A 52 liegen die zu verdichtenden Schichten meist zwischen 3,0 und 5,5 m Tiefe. Im Bereich der Lippe-Aue kann die nötige Tiefe auf bis zu 6,0 m steigen, weil hier lockerer Auelehm und Sand in Wechsellagerung auftreten.
Welche Kontrollprüfungen sind nach der Verdichtung vorgeschrieben?
Mindestens ein dynamischer Plattendruckversuch je 400 m² verdichteter Fläche. Zusätzlich führen wir vor und nach der Verdichtung CPT-Sondierungen durch, um die Tiefenwirkung zu belegen. Bei Streifenfundamenten kommt ein statischer Plattendruckversuch nach DIN 18134 hinzu.
Kann die Rütteldruckverdichtung auch bei hohem Grundwasserstand ausgeführt werden?
Ja. In Marl mit seinem saisonal hohen Grundwasserstand setzen wir das Nassrüttelverfahren ein. Die Wasserspülung reduziert die Mantelreibung am Rüttler und transportiert Feinteile aus dem Verdichtungsbereich. Der Wasserverbrauch liegt bei etwa 200 bis 400 Litern pro Laufmeter.
Mit welchen Kosten muss ich für die Bemessung und Ausführung rechnen?
Die Bemessung inklusive Vorerkundung und Qualitätssicherung liegt je nach Flächengröße zwischen €1.210 und €4.180. Die reinen Ausführungskosten hängen vom Raster und der Tiefe ab und werden nach Aufmaß abgerechnet.